Mäandert der Fortschritt in immer kleineren Bereichen, sich mehr oder minder zufällig unerschlossenes Terrain aneignend, weil die Menschheit das große Ganze aus den Augen verloren hat und nun wahllos im Klein-Klein nach Möglichkeiten sucht, den nutzlos gewordenen Forscherdrang doch noch ausleben zu können? Oder kommt uns im Umkehrschluss der in der Vergangenheit erreichte Fortschritt nur deshalb bahnbrechend und zielgerichtet vor, weil zufällige Weiterentwicklungen breite Schneisen der Erkenntnis in die terra incognita geschlagen hat, deren Dickicht der menschliche Geist bisher nicht zu durchdringen vermochte – Schneisen, die dort auf ein Ziel hinzuführen scheinen, wo in Wirklichkeit reine Willkür den menschlichen Geist geführt hat?
Drei bedeutsame Ereignisse haben mich dazu bewogen, mir diese Fragen zu stellen:
- Die „hier öffnen“-Lasche der Verpackung weigerte sich, sich so weit hochbiegen zu lassen, dass ich sie mit zwei Fingern greifen konnte.
- Nachdem ich Punkt 1 überwunden und die Lasche fest im Griff hatte, bewirkte ein beherzter Ruck, dass ein schmales Dreieck aus der Oberseite gerissen wurde, das diagonal von links unten nach rechts oben auslief – zu schmal, um eine Scheibe Käse zerstörungsfrei zu entnehmen.
- Der Versuch, mir mit einem Messer Zugang zum Inhalt der Packung zu verschaffen, führte schließlich zum Ziel – und zu einer kleinen Schnittverletzung. Aber bedeutet Fortschritt für alle nicht auch, dass der Einzelne bereit sein muss, dafür Opfer zu bringen?
Ich hab letzt versucht eine Dose Heringe in Tomatensoße an der Lasche zu öffnen und ich sag dir lieber nicht, wie der Küchentisch und mein T-Shirt danach aussahen .. 😅
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