Vollmond, den 27. Dezember 2023

Die Nacht leuchtet fahl
wie eine schwarze Frucht
in Vollmondschokolade getaucht

Die Landschaft
voll Reif
beleuchtet der Mond
vollreif
zeichnet mit seinem Licht
scharfe Schatten
in die formlose Nacht

Die Bäume strahlen
wohl weißlich
das Nachtleben spielt sich
wohlweislich
nicht ab im Mondrampenlicht
eher in den Schatten
einer frostkalten Nacht


Das Gedicht ist – fast fertig – irgendwo in den digitalen Untiefen hängengeblieben. Jetzt im Juni 2024 habe ich es wiederentdeckt und endlich fertiggestellt. Und obwohl die Temperaturen mittlerweile deutlich höher sind als damals, versetzen mich diese Zeilen sofort wieder zurück in diese kalte Vollmondnacht.

11 Kommentare zu „Vollmond, den 27. Dezember 2023

  1. Es gab mal ein Gedichtband von einer Studentin der offenbacher Kunsthochschule für Gestaltung namens „Die Liebe ist eine schwarze Frucht“. Das bist du aber nicht, oder? LG Sven

    Like

      1. Die Studenten sollten damals in einem Lyrik-Seminar eigene Gedichte schreiben und ein Prof fand die Lyrik einer Studentin so schön, dass er sie an einen Verlag vermittelte.

        Ich hab übrigens bei Tanuky einen liebevollen Scherz über dein Avatar gemacht, den sie mir verübelt. Vielleicht kannst du die Wogen glätten?

        Gefällt 1 Person

  2. Danke für deine Intervention. Ich find so augenzwinkernde ‚Auseinandersetzungen‘ eigentlich ganz nett, weil dann endlich mal Diskussionen entstehen und nicht jeder für sich allein vor sich hinwurstelt. Wir sollten viel mehr miteinander ‚unternehmen‘, aber das bleibt wohl eher ein Traum von mir .. ❤

    Like

    1. Das Schreiben ist mir oft lieber als das Reden. Man hat mehr Zeit, an Formulierungen zu feilen, die passenden Worte zu wählen etc.
      Leider fehlt dem geschriebenen Wort oft das, was „zwischen den Zeilen“ steht: der Tonfall, die Mimik – mir ist es schon oft passiert, dass eine auf meiner Sicht eindeutige Aussage komplett missverstanden wurde. Emojis können da helfen, aber auch da ist die Sachlage nicht zwingend eindeutig.
      Kommunikation ist knifflig 🙂

      Und ja, diese Plattform wäre vielleicht eine gute Basis, um sich kreativ auszutauschen, jenseits vom „gefällt mir“-Button … aber oftmals (ich spreche für mich) fehlt die Zeit, die Muße, man schiebt auf und vergisst.

      Gefällt 1 Person

      1. Sprache ist wie wenn du einen Eimer Farbe in einen Fluß gießt. Du weißt nie, wie der Fluss die Farbe aufnimmt. Das ist ein alternatives Kommunikationsmodel unter Germanisten. Aber es ist auch nicht stimmig, weil ja eben – wie du treffend erkannt hast – die nonverbalen Signale fehlen. Na ja, das versteh ich wenn jemand die Zeit, die Muße und das Interesse fehlt. Du bist ja auch kein einsamer Poet unter dem Dachboden, hast vielleicht Familie, Freunde, Bekannte, ständige Anregungen, das Haus zu verlassen wie Treffen und Einladungen.

        Lass es dir gut gehen und pass auf deine Seele auf und schreib mal wieder ein Gedicht, denn das gehört zu den Dingen, die du gut kannst: Das Konservieren von Gefühlen und Eindrücken, so dass sie dem Leser nachfühlbar sind 🙂

        Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten