Es gibt so viel zu sagen Im Hals steckt ein Frosch Worte fließen aufs Papier Ich habe kürzlich darüber nachgedacht, warum ich mir als Avatar ausgerechnet die Frau mit der Kröte auf der Brust ausgesucht habe. Eine spontane Entscheidung, damals. Meine Haare sind etwas kürzer und dafür dunkler. Das Alter weicht von Jahr zu Jahr„Frosch im Hals“ weiterlesen
Autor-Archive:Ysé Pidot
leere/ich
leereich bin ich von allen menschen und guten geistern um mich herum verlassen so habe ich immer noch mich wenn alle menschen und schöne dinge um mich herum verschwinden so habe ich immer noch mich habe ich alle menschen und bezüge um mich herum verloren so habe ich mich selbst verloren gibt es nur noch„leere/ich“ weiterlesen
Ein neuer Tag
Unsanft werde ich wach, weil ein neuer Tag seine tönenden Tentakel in mein Ohr steckt. Weckern.Straßenlärmig.Vogelzwitschrig. Wach auf! Wir haben Helligkeit. Wir haben Wetter! jubelt er. Langsam, brumme ich. Ich tapse ins Bad. Der neue Tag wuselt um mich herum. Seine Tentakel stupsen mich an Armen und Beinen, wie ein übermütiger junger Hund mit feuchter„Ein neuer Tag“ weiterlesen
Winterspaziergang II
Auf tief verschneiten WegenSo stapf ich durch den WaldDer Schnee rutscht in die StiefelDie Füße werden kalt. Auch wenn ich zitternd friereGanz sinnlos war es nichtWär ich daheim gebliebenGäb es nicht dies Gedicht. Ob sich Schmuddelwetter zum Verfassen von Gedichten eignet, möge jeder selbst entscheiden. Der Winterspaziergang vom 05.01.2021 hatte mehr Tiefgang – und trotzdem„Winterspaziergang II“ weiterlesen
Durch die Zeit
Wir bewegen uns durch die Zeitwie ein Fisch in einem Fluss:ständiges Fortschreiten. Sich an Vergangenes zu erinnern bedeutet,ein Stück zurückzuschwimmen:gegen die Strömung. Aber der Fluss ist niezweimal derselbe.
Abendlied
Der Wald steht schwarz und schweiget. Ein unbeschriebenes Blatt Reiht sich ans nächste – Platz für Unsere geheimsten Wünsche? Unsere größten Ängste? Der Wald steht schwarz und schweiget. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus: Glück verheißend? Unglück bringend? Der Wald steht schwarz und schweiget. Nachtgedanken zum ›Abendlied‹ von Matthias Claudius
Lethe
Wie heißt dieser Fluss?Warum nur der weite Weg?Sehr ärgerlich, das. Ein Haiku über den Fluss des Vergessens
Meta-Haikus
Anfang: fünf Silben Dann in der Mitte sieben Fünf Silben: Ende Kann man denn jeden Gedanken in ein Haiku packen? Sieht so aus. In der Form bleiben. Jede Abweichung von ihr zerstört die Struktur. An ein paar freien Tagen habe ich mich Haikus beschäftigt und finde diese Gedichtform sehr spannend. Es kann gut sein, dass„Meta-Haikus“ weiterlesen
Der Rasenmähermann
Ich und die Uhrzeiten. Es passiert mir immer wieder, dass ich zum Beispiel fünf Uhr am Nachmittag mit 15 Uhr durcheinanderbringe, und dann kann es sein, dass ich zwei Stunden zu spät zu einem Termin komme. Oder zu früh. Und dann stehe ich so wie jetzt am Bahnhof und stelle fest, dass Stephi mich deshalb„Der Rasenmähermann“ weiterlesen
petrichor
Riechst du den Regen? Grüne Wiesen und WälderHausdächer und WindschutzscheibenSchulkinder und streunende Katzendurch verwilderte Gärten Riechst du den Regen? Schwarze Mäntel und RegenschirmeKies und GießkannenEfeu und faltige Gesichtermit vergossenen Tränen Riechst du den Regen? Polierter Marmor und GranitBuchs und verwelkte RosenKreuze und dein Nameauf verwittertem Stein Riechst du den Regen?