Der Abendhimmel leuchtetin surrealen Farben,die Mondsichel hängt davorwie in einem alten SciFi-Gemälde. Wir leben vielleicht nichtin der besten aller Welten,aber wir müssen auch nichtnach den Sternen greifenum bei uns selbstanzukommen. Ein Abendhimmel hat mich zu diesen Zeilen inspiriert. Leider konnte ich auf der Autobahn kein Foto machen. Wobei: die Farben wären sowieso auf dem Foto„Abendgedanken“ weiterlesen
Kategorie-Archive: Gedicht
Gedanken nach einer unruhigen Nacht
Der Morgen dämmertund mit ihm die Erkenntnis,dass die Nacht bisweilenwie eine biblische Plageüber uns kommt. Die Augen sind gelähmt und taub,die Ohren blicken ängstlich hinter jedes Geräusch. Wir werden heimgesucht von Traumbildern(schönen wie schrecklichen)und Stechmücken,die sich allesamtweder erwischennoch vertreibenlassen.
maigedicht
draußen mait es regenförmigwettert noch aprillernauch wolkenwärts – so scheint’skapriolt die zeit Der Versuch eines Maigedichtes in dieser seltsamen Zeit.
Momentaufnahme
Vielleicht hat der Fotografeinen Witz gemacht,um die Anspannung zu nehmen.Vielleicht waren Freunde da,die gute Laune verbreitet haben. Woran hast du gedachtim Moment der Aufnahmeals du fürs Foto gelächelt hast? Manche Menschen glaubten,dass der Fotoapparatdie Seele raubtund eine leere Hüllezurücklässt. Dein Name neben dem Foto,noch mehr Namen und Text,ein dünner schwarzer Rand. Dein Foto neben dir,noch„Momentaufnahme“ weiterlesen
Winterspaziergang
die Welt ist fast schwarzweiß gewordendie Farben haben sichunter dem Schnee verstecktdunkles Braungedecktes Grüngerade noch zu erkennen die Welt ist fast lautlos gewordendie Geräusche haben sichhinter den Bäumen verborgengleichmäßiges Atmenknirschende Schrittegerade noch zu vernehmen das Lachen der Kinderdie am Waldrand Schlitten fahrenklingt leisegedämpftunwirklichwie ein fernes Echoaus einer längst vergangenen Zeitals die Welt noch laut und„Winterspaziergang“ weiterlesen
Veränderungen
es gibt Veränderungendie so langsam eintretendass ein Menschenlebenviel zu kurz istum sie überhaupt zu erkennen es gibt Veränderungendie so schnell eintretendass ein Menschenlebenviel zu träge istum sie überhaupt zu verarbeiten es gibt Veränderungendie so unauffällig sinddass ein Menschenlebenviel zu reichhaltig istum sie überhaupt zu bemerken es gibt Veränderungendie so einschneidend sinddass ein Menschenlebenviel zu klein„Veränderungen“ weiterlesen
achtlos
Die Wiese lag da in der warmen Abendsonne.Der Junge nahm theatralisch Anlauf und schlug(unter den bewundernden Blicken des Mädchens)einen Purzelbaum nach dem anderen. Lachend zogen sie weiter,achtlos.Die geschlagenen Purzelbäume blieben zurück,ächzend und mit blauen Flecken auf der Borke. Der Park lag da in der hellen Mittagssonne.Das Mädchen saß anmutig auf der Bank und ließ(unter den„achtlos“ weiterlesen
Wort-Schöpfungen
Im Anfang war das Wort. Und aus Worten wurden Sätze,Aus Sätzen wurden Abschnitte,Aus Abschnitten wurden Kapitel,Aus Kapiteln schließlich Geschichten. Eine davon erleben wir,Die anderen denken wir uns aus. Das Gedicht raus von der Wolkenbeobachterin hat mich zu diesem kurzen Gedicht inspiriert.
Spiegelbild
Ich bin das.Weiß ich es?Nicht ausgeschlafen zwinkert es mir zu,säuselt klagend wie der Wind im Geäst,wie Gedanken – undeutlich, dann klar: „ich will heraus!“Es flüstert: „ein Schlag befreit – selbst uns – von allem!“„Von uns selbst befreit?“„Schlag ein“, flüstert es, „heraus will ich!“Klar, dann undeutlich – Gedanken wie Geäst im Wind,der wie klagend säuselt zu„Spiegelbild“ weiterlesen
Am Morgen
Am Morgenkommt es mir so vorals sei die Welt ganz neugerade eben fertig geworden– taufrisch, sozusagen Nachts,wenn alle schlafenwird siezerlegt,zerstörtund wirbeltbruchstückhaftdurch unsere Träume. Am Morgenentsteht sie völlig neuunberührt und noch ganz kühlbevor die Strahlen der neuen Sonnesie wärmen. Das Leben beginnt. © Arthur Witten Weil sich momentan alle Ideen weigern, von mir weitergesponnen zu werden,„Am Morgen“ weiterlesen